Das war Heidelberg 2023

Am 23. und 24. März haben wir uns erstmals nach der Corona-Pause wieder getroffen, und das gleich mit einem großartigen Programm. Erst KI und Design, dann Designer:innen und AGD. Wir waren selbst etwas aufgeregt, wie es uns gelingen wird, wieder Präsenzveranstaltungen auf die Beine zu stellen, und stellen nun fest: Die Resonanz hat bei Weitem unsere Erwartungen übertroffen.

23.03.: »Alexa, macht KI Designende arbeitslos?«

So lautete der Titel unseres Programms am Donnerstag, den 23. März. Mit zwei Workshops zum Selbstausprobieren der unterschiedlichen KI-Tools und vier Vorträgen zum Thema aus unterschiedlichen Perspektiven haben wir uns zusammen mit rund 100 Teilnehmer:innen einer möglichen Antwort angenähert.

Die Anmeldung steht in den Startlöchern. Natürlich vor einem der großen Wandgemälde der Location. © Daniela Plügge

Die Beiträge spannten einen hervorragend aufeinander abgestimmten Bogen von den aktuellen technischen Möglichkeiten und den Notwendigkeiten bei der Regulierung über die Konsequenzen für den Designberuf, Chancen und Risiken gleichermaßen, sowie die Vielzahl an Möglichkeiten, die einzelne Tools konkret bereithalten, bis hin zu einem Überblick über die Geschichte der KI-Entwicklung und die Wichtigkeit von Open Source. Sehr schnell ist klar geworden: Künstliche Intelligenz ist schon heute eine wichtige Inspirationsquelle und ein brauchbares Werkzeug für Designer:innen. Künftig wird sie den Beruf zumindest auf der Ebene der Umsetzung bzw. des operativen Geschäfts tiefgreifend verändern. Designer:innen werden noch mehr als jetzt schon die Vermittler:innen, Schnittstellen zwischen ihren Auftraggeber:innen und den für sie richtigen Designlösungen sein.

Über KI und Design sprach man in Workshops … © Barbara Sopart
… und während der Vorträge unserer Referent:innen. ©Barbara Sopart
Dr. Thomas Keil thematisierte die technische Entwicklung der Künstlichen Intelligenz …
© Barbara Sopart
… während Jenny Habermehl sich auf die Chancen in der Zusammenarbeit mit KI fokussierte.
© Barbara Sopart

 

Viele Denkaufgaben für die Zukunft …

Gelernt haben wir aber auch, dass die Veranstaltung nur der Anfang eines kontinuierlichen Dialogs über unser Berufsbild sein kann. Denn nun braucht es den Austausch darüber, wie KI zielführend in unsere Arbeit eingebunden sein kann, ob wir möglicherweise auch den Auftrag haben, eine gestalterische Einöde zu verhindern oder was das für das Konzept des Urheberrechts bedeutet

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… die wir beim gemeinsamen Dinner in Angriff genommen haben

Das Lob für die coole, inspirierende Location Metropolink haben wir mehr als einmal gehört. Wir waren selbst unserem Kollegen Markus Artur Fuchs sehr dankbar für den Hinweis. Beim gemeinsamen Essen zum Abschluss eines prall gefüllten Tages hat sie noch einmal alle Register gezogen, hervorragende regionale Küche, sanfte Klänge aus den Boxen, gedämmtes Licht, irgendwann drehte sich dann auch die Discokugel, und eine Führung durch den ehemaligen Supermarkt der amerikanischen Streitkräfte gab es obendrauf. Am meisten jedoch haben wir es genossen, Freunde und Kolleg:innen wiederzusehen und neu kennenzulernen, uns auszutauschen und schlicht zu freuen, dass kein Display dazwischen war.

AGD-Konferenz »Alexa, macht KI Designende arbeitslos?« in Heidelberg im März 2023, Foto: Till Häsemeyer

24.03.: Mitgliederversammlung und Vorstandswahl

Erst die Kür, dann die Pflicht … warum auch nicht? Am darauffolgenden Freitag haben wir die alljährliche Mitgliederversammlung am gleichen Ort (mit etwas weniger Anwesenden 😉 ) durchgeführt. Sie war eine der besonderen Mitgliederversammlungen, weil der AGD-Vorstand neu gewählt wurde. Und wir wären nicht wir, wenn wir nicht auch hierfür der Demokratie den roten Teppich ausgerollt hätten. Dank einer Satzungsänderung war es erstmals möglich, dass auch nicht anwesende Mitglieder den Vorstand wählen konnten. Damit trotzdem möglichst viele interessierte Mitglieder teilnehmen konnten, war die Mitgliederversammlung eine hybride Veranstaltung, das heißt, man konnte sich live über Zoom dazuschalten.

Gemäß geübter Praxis gab es zunächst die Berichterstattungen über das Geschäftsjahr 2022 von AGD-Vorstand und -Team sowie aus der Rechtsberatung, von der Steuerberatung und der Kassenprüfung mit anschließender Aussprache. die mit der Abstimmung über die Entlastung des Vorstands endete. Diese wurde mehrheitlich gewährt und wurde abgerundet durch die Verabschiedung der beiden langjährigen Vorstände Torsten Meyer-Bogya und Herbert Popp.

Die AGD hat einen neuen Vorstand

Unmittelbar im Anschluss daran wurde der neue Vorstand gewählt. Im Anschluss daran? Nicht ganz, denn (wie bereits weiter oben erwähnt) erstmals konnten auch AGD-Mitglieder, die nicht an der Mitgliederversammlung teilnahmen, zwischen 8 und 14 Uhr ihre Stimme abgeben. Mit dem Ergebnis, dass unglaubliche 8,1% der AGD-Mitgliedschaft über die Zusammensetzung des neuen Vorstands entschieden haben (zum Vergleich: In den vergangenen Jahren lag der Anteil bei rund 3%): Katja Kresnik (erste Vorsitzende), Jan-Peter Wahlmann (zweiter Vorsitzender), Anne Sophie Büsch, Christiane Schäffner und Thomas Hoyer. Wir gratulieren und freuen uns auf gemeinsame drei Jahre!

v.l.n.r.: Katja Kresnik, Christiane Schäffer, Thomas Hoyer, Anne-Sophie Büsch, Jan-Peter Wahlmann

Die AGD hat einen legitimierten Rechtsfonds

Unter der Leitung der neuen Vorsitzenden wurden im Anschluss die vorliegenden Anträge an die Mitgliederversammlung abgestimmt, hier insbesondere die Änderung der Satzung, um den 2022 anvisierten Rechtsfonds auflegen zu können, sowie die Verabschiedung dessen Geschäftsordnung. Für die Jury konnten wir dankenswerterweise folgende engagierte Mitglieder gewinnen:

  • Angela Kettler-Bott
  • Anke Huber
  • Herbert Popp
  • Ina Oakley
  • Julia von Moreau
  • Nahuel Gerth
  • Sophia O’David
  • Uwe Steinacker
  • Wiebke Christophersen

Irgendwas Besonderes, Bemerkenswertes? Ja, wir haben nicht überzogen und die Verssammlung 18 Uhr geschlossen. Abends waren wir in einem typischen Heidelberger Lokal und haben den Tag entspannt ausklingen lassen.

25.03.: Heidelberg sehen und …?

Wer dann immer noch nicht genug hatte, nahm am darauffolgenden Samstag an unserem kleinen Kulturprogramm teil, das uns mit einer Tour im Cabriobus zunächst durch die Innenstadt und zu allen Sehenswürdigkeiten führte. Dabei musste eine:r jede:r mehr oder weniger neidlos eingestehen, dass Heidelberg eine sehens- und lebenswerte Stadt ist. Im Anschluss daran schlenderten wir, allen Regengüssen zum Trotz, durch eine der längsten Fußgängerzonen Deutschlands zum Uniklinikum, um uns dort die Sammlung Prinzhorn anzuschauen. Dabei handelt es sich um eine einmalige Sammlung von Kunstwerken von Menschen mit psychischen Belastungen und Erkrankungen. Sehr klein, sehr intensiv, sehr beeindruckend.

Ein Fazit?

Es war und rundherum gelungenes Wochenende. Wir sind froh, dass so viele interessierte Designer:innen unserer Einladung gefolgt sind. Wir zehren von den vielen guten Gesprächen, von dem Wiedersehen mit Kolleg:innen, zum Teil das erste Mal nach der Corona-Pause, vom Kennenlernen vieler neuer Kolleg:innen und sind auch ein bisschen stolz darauf, dass wir es offenbar noch können … eine großartige Veranstaltung zu organisieren mit einem tollen, engagierten AGD-Team.

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