11. Juli 2026 Tag der offenen Tür | Kunsthochschule Weißensee
17. Juli 2026 Tag der offenen Tür | UdK
Der Auftakt ist gemacht: »Sektor Berlin« ist gestartet, um gemeinsam Design-Ausstellungen in der Stadt und im Umland anzusehen, Diskussionen zuzuhören oder einer Einladung ins Atelier zu folgen. Ein »merci« an die Pionier:innen aus Berlin und Brandenburg, die am 11. und am 17. Juli mit uns durch die Stadt gedüst sind.
Am 11. Juli trafen wir einander zum »Tag der offenen Tür« am Eingang der Kunsthochschule Weißensee.

Ein AGD-Mitglied und Ex-Absolvent dieser Hochschule zog mit uns durch die Räume, übers Gelände. Wir erfuhren mehr über Traditionslinien der einzelnen Disziplinen. Gewannen einen neuen Blick auf die Sparte Produktdesign. Erstaunlich in der Präsentation im 4. Stock unterm Dach: Produktdesign für eine Welt nach der Klimakatastrophe Seit an Seit mit Alltagshelfern. Zum Beispiel einer Stützstrumpf-Anzieh-Hilfe.

Zwischen anarchischem Neu-Erfinden, praktischen Neuerungen finden wir eine Vereinssatzung an die Wand gepinnt, die Arbeit am letzten Schliff. Zweck des zu gründenden gemeinnützigen Vereins »mut&anmut« ist die Förderung der Zusammenarbeit und Vernetzung von Studierenden, Absolventen, Alumni und Kooperationspartnern im Bereich Visuelle Kommunikation (inkl. Grafikdesign, Typografie, Ausstellungs- und Projektpraxis).


Wir blicken auf den Lageplan des weitläufigen Geländes. Die »greenlab«-Präsentation wollen wir unbedingt sehen; Haus D. Das »greenlab« ist ein 2010 gegründetes fachgebietsübergreifendes Labor für nachhaltige Designstrategien () und eines der Projekte könnt ihr spätestens Ende November dieses Jahres kennenlernen: Sobald ihr den Jubiläumsband »50 Jahre AGD« in den Händen haltet. Neben vielen anderen nachhaltigen, zukunftsträchtigen Design-Projekten, die unser Festschrift-Komitee für euch ausgewählt hat, ist RE:LOKAL vom »greenlab« in dem Band vertreten.

Im nächsten Jahr nehmen wir uns vor, gleich einen ganzen Tag und den Abend für den Rundgang einzuplanen.
Die Rundgänge der Kunsthochschule Weißensee und der UdK finden im Sommer statt und sie liegen immer dicht beieinander. Dem fügen wir uns und so triftt sich »Sektor Berlin« eine Woche später wieder. Am 17 Juli, diesmal in Schöneberg, vorm Medienhaus der UdK. Im imposanten, wiederum verwinkelten Gebäude – ohne Lageplan ist man an den Kunsthochschulen aufgeschmissen – ist die Visuelle Kommunikation zu Hause. Am Eingang neuerdings Security und Taschenkontrollen.

Auch hier einigt sich die Gruppe: Wir starten im obersten Stockwerk und arbeiten und gucken abwärts.

Wir holen uns erstmal einen Kaffee, studieren Lagepläne und Stellungnahmen.


Wir hören eine Lautsprecherdurchsage. Eine Stimme lädt ein, in den Innenhof zu gehen. Nö, da wollen wir jetzt nicht hin, wir wollen Grafikdesig ansehen, Fotografien. Die Lautsprecherdurchsage ist ein Loop, die Stimme hört nicht auf, uns in den Garten zu lotsen, wie hören genauer hin: Die Räume und der Rundgang werden jetzt geschlossen.
Tuscheln im »Sektor Berlin«: Ist das eine Performance? Was ist das für ein Appell?
Als die Kaffeebar die Rollläden schließt, nehmen wirs’ als Signal und stiefeln die Treppen wieder runter.
Im Innenhof eine Bühne, ein lauer Sommerabend in der Stadt. Tatsächlich: Die Studierenden schließen den Rundgang. Wir hören den Reden zu. Erfahren, wie massiv an diesem Ort eingespart werden soll, am Zugang zu Räumen, an Lehrpersonal, Studiengängen. Wir hören zu und wundern uns über ein Detail: Studierenden, die hier Getränke verkaufen (i.e. eine Einnahmequelle für weitere Aktivitäten), sollen von nun an eine Schanklizenz einholen. Wir überlassen die Bühne den Protestierenden im Medienhaus an der UdK.
