Das war ein bisschen zu erwarten. Mit Spannung jedoch haben wir auf den ersten Tagesordnungspunkt der Sitzung geschaut: Wahl der zwei Vorsitzenden des KSK-Beirates. Denn es ist so; der Beirat setzt sich paritätisch aus Vertreter:innen der Versicherten und Vertreter:innen der Abgabepflichtigen zusammen. Folgerichtig hat der Beirat zwei Vorsitzende, ein:e Vertreter:in von jeder Seite.
Nach dem Wechsel ist vor dem Wechsel?
Die Wahl der Vorsitzenden im Jahr 2021 war ein Generationenwechsel in dem Amt. Der war notwendig und richtig und ging wenig überraschend nicht ganz geräuschlos über die Bühne. Daher hätten die so gewählten Vorsitzenden durchaus als Übergangsregelung gelten können. Taten sie aber nicht, wie der 20. März eindrücklich zeigte. Während der Vertreter der Abgabepflichtigen von sich aus nicht mehr kandidierte, bewarb sich AGD-Geschäftsführerin Victoria Ringleb noch einmal um das Amt – und wurde einstimmig gewählt. Damit hatte sie so nicht gerechnet. Entsprechend tief ist ihre Dankbarkeit und groß ihre Entschlossenheit, vier weitere gute Jahre abzuliefern … in stürmischen Zeiten wie denen, die wir gerade haben. Rund gemacht wurde das kleine Glück durch die Wahl ihres Wunsch-Co-Vorsitzenden Heiko Wiese von der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO).
Was macht man in so einem Beirat so?
Die gesetzlich verankerte Aufgabe des KSK-Beirates ist die Beratung der Künstlersozialkasse bei ihrer Arbeit. Das drückt sich vor allem in der Arbeit in den Widerspruchsausschüssen aus, von denen ihr hoffentlich noch keinen Gebrauch machen musstet. Aber auch hier findet Wandel statt. Und so hat sich der Beirat gerade in den vergangenen vier Jahren immer mehr zu einem Gremium entwickelt, in dem die Beiräte miteinander an bestimmten Themen arbeiten, wie zum Beispiel die Frage, was heutzutage künstlerische Tätigkeiten sind und was nicht. Oder die Regelung der Zuverdienstmöglichkeiten aus nicht-künstlerischer Tätigkeit. Oder die Frage, ob Stipendien der Versicherungspflicht unterliegen oder nicht. Der Beirat tritt zudem immer mehr gegenüber der Politik in Erscheinung, mischt sich ein, bezieht Position.
Und die nächsten vier Jahre?
Drei Themen will Victoria Ringleb in der kommenden Legislaturperiode vorantreiben:
- Erweiterung des Kreises der Abgabepflichtigen, um die Finanzierung der sozialen Absicherung der KSK-Mitglieder zu sichern.
- Kontinuierlicher Austausch über die Weiterentwicklung der kreativen Berufe, denn was ist schon Kunst in Zeiten von KI?
- Verbesserung der Kommunikationsmöglichkeiten zwischen der KSK und ihren Versicherten sowie Abgabepflichtigen
Das wird kein Spaziergang, aber ganz sicher eine lohnende Gipfelbesteigung. Lohnend auch und vor allem deshalb, weil der Beirat unglaublich engagierte Mitglieder auf allen Seiten hat. Und weil es um die richtige Sache geht.
Fortbildungen
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