Torsten Meyer-Bogya

© Heiko Preller

Eine AGD soll sich auch zukünftig für unsere Mitgliederbelange einsetzen können –
dafür möchte ich mich weiter als Vorsitzender engagieren.

Als führender Berufsverband bietet die AGD für uns selbstständige Designer*innen nicht nur Unterstützung in beruflichen Fragen, sondern auch ein Miteinander auf unterschiedlichen, persönlichen Ebenen. Gemeinsame Treffen sind zur Zeit sehr schwer zu realisieren, die Zeiten werden sich jedoch ändern und wie werden wieder Feste feiern können.

Umso schöner ist es, dass wir in den letzten Monaten viel im digitalen Bereich umgesetzt und verändert haben. Diese Weiterentwicklung und Modernisierung unserer Angebote macht unsere AGD sicher auch für neue Mitglieder attraktiv. Mir geht es darum, die AGD und ihr Angebot kontinuierlich weiterzuentwickeln, denn es liegen noch viele Meilensteine vor uns. Diese Investitionen sollen sich nicht nur jetzt auszahlen. Die AGD wird weiter darauf aufbauen können und wir werden auch zukünftig alle von ihr profitieren.

Die AGD kann uns Mitgliedern die notwendige Orientierung bieten und ein Anker sein, damit sich keiner alleine den beruflichen Herausforderungen stellen muss. Mal die Hand auf’s Herz, es ist garnicht so leicht, immer die richtige persönliche Entscheidung zu treffen. Gerade in der Pandemie zeigt sich deutlich, wie sehr sich die Anforderungen an unser Berufsbild verändern.

Derzeit formt sich eine neue, modern ausgerichtete AGD und es zeigt sich, dass wir schon die richtigen Weichen gestellt haben. Es gibt meiner Meinung nach drei wichtige Bereiche, die den Vorstand zukünftig herausfordern werden.

Teilhabe in der Mitgliedschaft

Damit meine ich die Stärkung des Wir-Gefühls in der AGD. Wir sind doch nicht ein reiner Dienstleistungsverein, ich finde wir sind mehr. Sei es der kollegiale Austausch oder der Besuch gemeinsamer Veranstaltungen, wir sind Designer*innen, wir brauchen die Kommunikation untereinander. Vielleicht so wie die Luft zum Atmen und auch nur so sind wir für neue Mitglieder attraktiv. Als führender Berufsverband sollten wir das auch sein! Ein Vorstand kann für die Rahmenbedingungen sorgen, jedoch sind wir alle gefordert dies mit Leben zu füllen, in Regionen und lokal vor Ort. Derzeit ist dies Pandemie-bedingt nur digital möglich, doch auch darin liegen Chancen. So habe ich im April bei einem Regionaltreffen in München teilgenommen und Miriam als Regionalsprecherin hing noch in Austin/Texas fest und hat das Treffen von dort aus initiiert. Das kann natürlich kein Dauerzustand sein, doch ich finde, wir machen gerade das Beste aus der Situation. Viel wichtiger ist es doch, dass wir unsere kommunikativen Möglichkeiten ausweiten und uns auf unterschiedliche Art zusammenfinden und vernetzen. Erst so entsteht der vertrauensvolle Austausch und die nötige Relevanz, um dabei zu sein. Darum sollten wir jetzt einfach machen, probieren und schauen, was uns weiterhilft. Mit der nötigen Portion Neugierde, Freude und Mut wird sich der gewünschte Erfolg einstellen.

Ausweitung der digitalen Erneuerung unserer Angebote und Strukturen, sowie weitere neue Angebote

Damit die AGD auch zukünftig erfolgreich ist, bedarf es weiterer großer Anstrengungen. Ich schrieb darüber schon in meinem Kommentar im Newsletter Anfang August.
In den letzten Monaten hat unsere Geschäftsstelle wirklich Berge versetzt und es steht noch einiges an. Der neue VTV-online ist ein solches Beispiel, er ist überfällig und in die Jahre bekommen. Eines ist klar, er muss in die heutige Arbeitswelt passen und entsprechend einen Shift ins digitale Format nehmen. Neben der inhaltlichen Ausarbeitung ist genauso darauf zu achten, dass das finanzielle Risiko für den Verband begrenzt wird und sich die gewünschten Einnahmen einstellen. Dabei werden wir viele neue Wege gehen und wenn etwas mal nicht gleich klappt, gilt es mutig nach weiteren Lösungen zu suchen.

Meine Aufgabe als Vorsitzender sehe ich vor allem darin, die Möglichkeitsräume für ein Vertrauen zu schaffen, damit diese neuen Lösungen entstehen können. Denn in der Pandemie erleben wir gerade hautnah, wie exponentielle Kurven die Welt verändern. Wenn wir nun ein wenig den Blick in die Zukunft wagen, so erwarten auch uns dort exponentielle Herausforderungen und Trends, die unser aller Handeln verändern werden. Hier gilt es mutig neue Wege zu beschreiten.

Gremienarbeit und Vertretung unserer Positionen nach außen

Die AGD ist ein großer Verband und ganz ehrlich, da sind wir uns manches Mal selbst genug. Die letzten Monate haben uns eines Besseren belehrt. Wenn wir in wichtigen Momente gehört werden wollen, müssen wir uns mit anderen Verbänden, Gruppierungen austauschen und mit ihnen Koalitionen bilden oder zu Zusammenschlüsse formieren. In der Gremienarbeit geht es dabei vor allem um gemeinsame Positionen. Dafür engagiert sich die AGD im Dachverband DT (Deutscher Designtag), in der BAGSV (Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände), in der Initiative Bild in der BVDW (Bundesverband der digitalen Wirtschaft), in der VG Bild Kunst, bei der Künstlersozialkasse, der Initiative Urheberecht und so weiter. Ihr seht, wir haben ein breites Netzwerk geflochten. Als DT-Vizepräsident versuche ich die AGD bestmöglich im DT zu vertreten.

In den letzten Monaten habe ich wegen der Pandemiesituation bestimmt an zwei dutzend Videokonferenzen von „Betroffenheitsrunden“ beim BMWi und dem Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft, über den Austausch mit anderen Kreativverbänden, bis zu den Online-Vorstandssitzungen, sei es im AGD-Vorstand oder im DT-Präsidium und -Vorstand teilgenommen. Alle haben sich bemüht und gekämpft. Es war im Ergebnis oft sehr ernüchternd. Umso wichtiger sind die Learnings aus diesen Monaten. Wenn wir gehört werden wollen, müssen wir größere Allianzen schmieden, über die Designblase hinaus. Dazu müssen wir die vorhandenen Zugänge zu Politik, Wirtschaft und Verbänden nutzen und intensivieren. Als DT-Vizepräsident nutze ich meine Zugänge und Kontakte und weite Sie gerne aus, um die AGD in diesem Spiel zu vertreten. Denn wir sollten als AGD aktiv das Wort ergreifen und für unsere Interessen sprechen. Sonst machen es andere.

Über die Zukunft als Team entscheiden

Die Arbeit im Vorstand erfordert von jedem einzelnen immer wieder einen Perspektivwechsel. Konträre Positionen führen auch zu emotionalen Diskussionen und sind schon mal sehr unbequem, doch sie sind wichtig! Schließlich geht es bei diesem Ehrenamt um die Belange der Mitglieder, uns alle. Unterschiedliche Positionen fördern auch die nötige Tiefe der Diskussion, Ziele sind gemeinsam auszuloten und führen zu abgewogenen Entscheidungen. Es geht darum, das große Ganze im Blick zu behalten und richtungsweisende Entscheidungen für unseren Berufsverband zu treffen. Dafür wird ein Vorstand berufen, dafür möchte ich mit meinem Engagement beitragen.

Vieles mag sich verändern, etwas bleibt

Die Welt steht nicht still und es wird sehr spannend, wie wir uns aus dieser Pandemie bewegen. Was wird sich verändern, was wird bleiben? Vertrauen wird auch zukünftig wichtig bleiben, davon bin ich überzeugt. Ein Vertrauen in den Vorstand und die Geschäftsstelle, dass sie das Bestmögliche für unseren Berufsverband unternehmen werden. Um dieses Vertrauen bewerbe ich mich bei euch, um einen neu gewählten Vorstand zu führen, damit die AGD auch zukünftig erfolgreich agiert. Darum möchte ich weiter meine Kraft und mein Netzwerk für dieses wichtige Amt der AGD zur Verfügung stellen.

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