Jan-Peter Wahlmann

Jan-Peter Wahlmann

Auf die Frage aus welchem Grund ich wieder für den Vorstand kandidiere antworte ich gerne: »Weil mir die Vorstandsarbeit Spaß macht.« Natürlich ist das nur einer meiner Beweggründe.

Rückblickend auf die letzten sechs Jahre kann man gut die Transformation der AGD erkennen. In den ersten Jahren lag unser Hauptaugenmerk auf uns selbst. Wir haben eine Nabelschau betrieben und uns ausgiebig um unsere interne Verbandswelt gekümmert. Es ist sinnvoll gewesen, dass wir uns diese Zeit genommen haben. Doch ich habe diese Phase ungeduldig mit gemischten Gefühlen verstreichen sehen.

Meine größte Sorge war, dass wir den Anschluss zur Außenwelt verlieren. Doch seit nunmehr drei Jahren ist unser Fokus auf die politische Bühne gerichtet. Inzwischen hat sich die AGD zu einem gefragten Gesprächspartner der Landes- und Bundespolitik entwickelt. Ich bin sehr froh, dass wir uns rechtzeitig gefangen haben.

Aus welchem Grund schreibe ich »rechtzeitig«? Rechtzeitig, weil in den letzten zwei Jahren viele – teilweise neue – Themen in unterschiedlichen Bereichen aufgekommen sind. Rechtzeitig, weil sich der Vorstand und die Geschäftsführerin auf diese Themen vorbereiten konnten. Rechtzeitig, weil wir die notwendige Resourcen dafür aufbauen konnten. Inzwischen stehen der AGD vier Mitglieder und Mitarbeiter für die Lobbyarbeit in Berlin zur Verfügung.

Neue Verteilungspläne und neue Satzung für die VG Bild-Kunst, Gründung des Designtags als Dachverband, Novellierung des Urheberrechts, Arbeit 4,0, Gründung der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände, Industrie 4.0, soziale Absicherung von Solo-Selbstständigen, ThinkTank Design 2030, Mindesthonore für Kreativberufe – das sind nur einige der Themen, mit denen sich der Vorstand und die Geschäftsführerin befasst haben und weiterhin befassen.

Natürlich werden wir bei all diesen Themen unser Verbandsleben und die Mitglieder nicht aus den Augen verlieren. Die Mitglieder geben wertvolle Impulse für die Arbeit in den Gremien und der Politik.

Die kommenden zehn Jahre werden wahrscheinlich die spannendesten Jahre seit der Gründung der AGD werden. Unser Beruf und unsere Gesellschaft können sich nachhaltig verändern. Wir haben gute Chancen, diese Zukunft und den Weg dorthin aktiv mitzugestalten.

Die Gründer der AGD haben uns als Vermächnis keinen hessischen Rittersaal hinterlassen. Sie haben vielmehr gezeigt, dass man den Mut und den Willen haben muss, neue – vorher oft schwer vorstellbare – Wege einzuschlagen, um seine Zukunft zu gestalten. Anderenfalls würde es heute keine AGD, keinen VTV und keine KSK geben.

Spaß an der Vorstandsarbeit ist ein Beweggrund. Doch der viel stärkere Grund für mich ist die Chance, an der Gestaltung unseren Zukunft mitzuwirken sowie Ideen und Forderungen in die Politk einzubringen, damit wir, unser Beruf als Designer und unser Verband – die AGD – den kommenden Herausforderungen gewachsen sind und sie bestmöglich zu nutzen wissen.

Aus diesen Gründen kandidiere ich für das Amt des zweiten Vorstandsvorsitzenden.

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