Drei klasse Tage in Hamburg – AGD 4.3

Vom 16. bis zum 18. Mai 2019 trafen wir uns zu interessanten Vorträgen und der diesjährigen Mitgliederversammlung in Hamburg. Für „evolution of Design“ hatten wir einen besonderen Ort gewählt, das Atrium von Mutabor, einer der führenden deutschen Design- und Brandagenturen.

Vom 5. Stock aus hatten wie einen famosen Ausblick über die Dächer von Hamburg, auf die Elbe und die Werften. Was stand an? Sieben Vorträge, die begeisterten und in ihrer Qualität einiges zu bieten hatten. Das Atrium war bis zum letzten Platz besetzt und es wurde eng zusammengerückt. Die Spannung stieg und alle warteten erwartungsfroh auf den Beginn dieses Wahnsinnstages. Rückblickend läßt sich feststellen, die Qualität der Vorträge war irre gut und hat die Benchmark für zukünftige Veranstaltungen gesetzt. Aufbruch und Optimismus lagen in der Luft und alle haben ihn aufgesogen. Und alle die, die nicht da waren, haben wirklich etwas verpasst.

Evolution of Design
Evolution of Design: Volles Haus bei der AGD
(Foto: Peggy Stein)

Tag 1 – die Kür

Die Vorträge starteten schon mit Heinrich Paravicini, einer der beiden Inhabern und Gründern von Mutabor. Denn statt ein Grußwort als Hausherr zu halten, überraschte er uns mit einer mitreißenden Präsentation. Er entführte uns in die weite Welt und zeigte, wie Design in allen Perspektiven für ihre Kunden umgesetzt wird. Mit flott animierten Clips präsentierte er uns unterschiedliche Brand-Entwicklungen bis hin zu Corporate Architecture. Da konnte man feststellen, was alles mit 140 Mitarbeitern möglich ist. Am Ende stellte er uns ein Herzensprojekt von Mutabor vor. FishAct und die dazugehörige Kampagne gegen Fischsterben. Mutabor hat für die NGO ein neues Corporate Design, eine Digital Out of Home Kampagne und einen neuen Internetauftritt entwickelt. 

Evolution of Design
Evolution of Design: Neben der Moderation zeigte Victoria Ringleb während ihres Vortrages zielführende Materialen aus der Geschäftsstelle. Torsten Meyer-Bogya hatte für alle Referenten individuelle, persönliche Geschenke besorgt.
(Fotos: Peggy Stein)

 

Danach folgte Victoria Ringleb, unsere Geschäftsführerin, sie berichtete in ihrem Vortrag darüber, wie Kunden freiwillig über die Nutzung von Design reden und dafür auch bezahlen wollen. Sie beleuchtete das Thema »Mit Kunden über Nutzungsrechte reden« aus unterschiedlichen Situationen. Wobei sie uns auch einiges an Praxisbeispielen aus der Beratung in der Geschäftsstelle belegte. Und als besonders wichtig haben wir mitgenommen, dass über Nutzungsrechte zu reden, gut für die Kunden ist, damit sie bezahlen, was sie brauchen und nicht was sie möglicherweise brauchen könnten.

Annika Lyndgrun sprach über »LOVE. PEACE. MONEY.« oder kurz gesagt, ihren Weg, erfolgreich und begeistert Geld zu verdienen. Ihr unterhaltsamer Vortrag verfolgte konkret ihre Positionierung als Designerin und Inhaberin einer Agentur. Erzählte uns von den Strategien erfolgreicher Selbstständiger, wofür sie ihre Gewinne investieren, um ihr Geschäft zielführend voranzutreiben. Konkret in Bücher, Mitarbeiter und Weiterbildung, in die Infrastruktur, sowie Bildungsreisen und ins Netzwerken. Geld alleine macht zwar nicht glücklich, doch es schafft Möglichkeiten. Möglichkeiten, sich zu entfalten und sich weiterzuentwickeln.

Evolution of Design
Evolution of Design: Annika Lyndgrun (oben links) zeigte uns, dass Erfolg sich in Geld auszahlen kann und darf. Anke Huber (unten rechts) entführte uns in die Welt der Social Media, und guter Wein war fast zu schmecken.
(Fotos: Peggy Stein, meyerbogya)

 

Und es ging weiter, Anke Huber präsentierte uns die wahrscheinlich erste social media Kampagne für eine Winzergenossenschaft. Ihr Vortrag „Zwischen Tradition, Traube & Trend“ war keine Weinverköstigung, sondern eine sehr interessante Story, wie sie den Auftrag umsetzt und so gleich noch ein Corporate Design dazu entwickelte. Anke erläuterte uns, wie sie die Kampagne strategisch in Instagram und Facebook aufbaut. Es gab jede Menge coole Bilder von noch souveräneren Winzern und Mitarbeitern der Genossenschaft zu sehen. Irgendwie hätten wie doch gerne drauf angestoßen.

Zum Netzwerken und Austauschen gab es Pausen und Zeit. Viele nutzten die Gelegenheit, Fotos vom famosen Ausblick auf die Elbe zu schießen, zu posten und den kollegialen Austausch bei Kuchen, Kaffee und jede Menge Softdrinks zu genießen. Viele neue Gesichter, alte Bekannte und ganz viel Begeisterung.

Evolution of Design
Evolution of Design: Der Ausblick ist famos. Vom Hafen bis zum Michel gab es alles zu sehen. Daniel Büning holte für uns die Zukunft in den Raum. Das 3D-gedruckte Motorrad zeigte die Möglichkeiten neuen Handelns auf.
(Fotos: Peggy Stein, nowLAB, meyerbogya)

 

Mit Daniel Büning, Co-Founder und Managing Director NOWLAB, The BigRep Consulting, waren wir nun ganz in der Zukunft angekommen. Er ist wie die folgenden Vortragenden Fellow des Kompetentnetzwerkes Kultur- und Kreativwirtschaft beim Bund. Sein Vortrag »How additive manufacturing is enabling a novel innovation process« führte uns in den 3D-Druck in großen Dimensionen ein. Das Highlight war die Story über die Entwicklung des 3D-Motorrades, das einen weltweiten Presse-Hype hervorrief. Und so ganz nebenbei, zwischen Idee und Launch des Prototypen lagen keine 16 Wochen. Und wie Zukunft aussehen, kann man unter diesem Link sehen.

Mit Renzo Vitale hatten wir einen ganz besonderen Referenten gewonnen. Er ist Pianist, Komponist, Performance-Künstler und Sound-Designer bei BMW. Wer ihn schon mal bei einem TED-Vortrag gesehen hat, wusste, was ihn erwartet. Alle anderen zog er mit seinem Vortrag »Designing Sounds and Music for Modernity« in seinen Bann. Letztlich erzählte er uns seinen Lebensweg und über seine Neugierde, die ihn zu immer neuen Stationen in seinem Leben antrieb. Stillstand war für ihn Rückschritt und der Erfolg gibt ihm Recht. Umso glücklicher für uns, seinen Ausführungen zu lauschen bis hin zu einem Live-Mix auf der Bühne. Zwar ohne Klavier, dafür mit dem iPad. Es war spooky. Noch spannender wurde es, als er über die Herausforderungen des Sounddesigns der E-Mobility sprach. 

Evolution of Design
Evolution of Design: Renzo Vitale entführte uns in eine faszinierende Welt von Ton, Klang und Komposition. Mit diesem Verständnis tauchten wir dann ins Sound-Design von BMW ein. Dafür bekam er eine AGD-gebrandete Schiffsglocke. Marco Maas als letzter Vortragender stieß für uns die Tür in die Welt der Sprachsteuerungen auf. Das Megafon, selbstverständlich mit dem AGD-Signet, bekam er mit der Bitte, im Hinterhof nach Alexa zu suchen.
(Fotos: Peggy Stein, meyerbogya)

 

Mit dem letzten Vortrag entführte uns dann Marco Maas in die Welt der sprachgesteuerten Apps und Geräte. Der Titel »Voice-UI – wie sich Medienkonsum ändert« hielt, was er versprach. Er zeigte uns die Welt der Sensoren und die Möglichkeiten der Sprachsteuerung auf. Alexa, Siri und Co. hautnah. Er zeigt uns, woran für die Zukunft entwickelt wird und wie wir Nachrichten schon heute empfangen können. Morgens die Übersicht und nachmittags die ausgedehnten Storys, oder wann auch immer mein Verhalten es für zielführend meint. Und sehr erfreulich, Designer werden auch zukünftig gebraucht. Sei es, um die kommunikativen Prozesse zu gestalten oder Oberflächen neuer Kommunikationsgeräte zu designen. Wir werden ja nicht blind durch die Welt gehen, auch wenn wir unsere Wünsche einfach in den Raum sprechen werden.

… und dann wurde es sehr persönlich

Nach sieben Vorträgen war der Tag noch lange nicht vorbei. Nach einem ausgiebigen Abendessen trafen wir uns noch einmal im 5. Stock. Gestärkt und mit viel Mut starteten wir die erste F*ckup-Night der AGD und wurden selber zu Vortragenden. Viel zu erzählen gibt es jetzt nicht – das behalten wir für uns. Darauf haben wir gemeinsam im Raum geeinigt, und wir können schweigen. Darum vielen Dank für den Mut der Vortragenden, über Momente des Scheiterns, des Aufrichten und des Mutschöpfens zu sprechen. Ehrliche kollegiale Anteilnahme und Applaus waren ihnen sicher. Dann war der Tag zu Ende. Leider mussten wir gehen – der Schließdienst kam. Nächstes Jahr werden wir bestimmt noch eine Party anhängen. 

Tag 2 – mehr als nur die Pflicht

Mehr oder weniger ausgeruht trafen wir uns zur 43. AGD-Mitgliederversammlung. Die Reihen waren etwas gelichtet, doch alle waren nach dem ersten Tag frohen Mutes. Damit es nicht nur formal zugeht und alle weiter ins Gespräch kommen, hatte Victoria Ringleb die wunderbare Idee zu einem Spiel. Jeder musste etwas über sich aus der Kindheit aufschreiben und einen der eingesammelten Zettel ziehen. Über den Tag gab es daraufhin interessante Gespräche und suchende Fragen. Letztlich wurde sogar in der großen Runde offenen Zettel aufgelöst. 

AGD 4.3
AGD 4.3: Auch wenn dieser Tag inhaltlich nüchterner war, es gab viel zu berichten.
(Fotos: Peggy Stein)

 

Der Vorstand hat sich in seiner Arbeit mit den im Vorjahr erarbeiteten Zielfeldern, Wachstum Verband, Veränderung Berufsbild und klare Sichtbarkeit weiter beschäftigt. Der Schwerpunkt lag in der Auseinandersetzung mit dem Zielfeld Veränderung des Berufsbildes und die Auswirkungen auf die Mitgliedschaften im Verein. Dafür haben der Vorstand und die Geschäftsführung eine Customer Journey erstellt, aus der Rückschlüsse für das zukünftige Agieren gezogen werden kann. 

In ihren Ausführungen zu den Arbeiten in der Geschäftsstelle ging Victoria Ringleb auf die Handlungsfelder Vorstand, Regionalarbeit , Arbeitsgruppe, Berater und der Geschäftsstelle  ein. Ausführlich stellte das abgelaufene, geförderte Projekt Design macht Business vor. Weiter gab sie einen Ausblick auf das laufende Jahr, in dem das IT-Ökosystem und der VTV neben den Beratungsleistungen im Mittelpunkt stehen.

AGD 4.3
AGD 4.3: Die Vorträge der Geschäftsstelle und des Vorstandes zeigten einiges ihrer Aufgaben.
(Fotos: meyerbogya; Präsentationen: Victoria Ringleb, meyerbogya)

 

Die AGD agierte 2018 erfolgreich in der Lobbyarbeit und politischen Willensbildung. Torsten Meyer-Bogya stellte die komplexen vielfältigen Einflussmöglichkeiten die haupt- und ehrenamtlich abgedeckt werden vor.  Einen weiteren konkreten Ausblick gab Jan-Peter Wahlmann zum Thema VG Bild Kunst. Er erläuterte die zurückliegende Gremienarbeit und appellierte nochmals daran, die vorhandenen Stimmrechte an die AGD zu übertragen und diese Möglichkeit nicht verfallen zu lassen. Seitens der Regionalsprecher berichtete Ralf Ziegeweid über das letzte Regionalsprechertreffen in Berlin.

AGD 4.3: Ralf Ziegeweid berichtete über das Regionalsprechertreffen und Boris Kochan, Präsident des Deutschen Designtages (DT) über die Arbeit unseres Dachverbandes.
(Fotos: Peggy Stein)

 

Als Gast stellte Boris Kochan den Dachverband Deutscher Designtag (DT) vor, dessen Präsident er ist. In ihm sind mittlerweile elf Design-Berufsverbände und überregionale Design-Organisationen vereint. Er ist vor allem ein Gremium zur politischen Willensgebung. Der DT ist gleichzeitig eine von sechs Sektionen des Deutschen Kulturrates. Torsten Meyer-Bogya wurde im Februar als einer von vier Vizepräsidenten ins Präsidium des DT gewählt. Nach den Berichten und der Entlastung des Vorstandes wurde über die Anträge abgestimmt und mit Kerstin Graumann ein neue neue Kassenprüferin und für sie als Stellvertreter Olaf Welling gewählt. 

Nach der MV gab es einen geselligen Abend, den das hervorragende Team von Mutabor uns in ihrer »Mutobar« präsentierte. Ihnen gilt unser großer Dank, es lief alles glatt und problemlos. An dieser Stelle möchte ich zudem dem AGD-Organisationsteam Sandra Kaliga,  Annemieke Ploenus und Mareille Tietz sowie unserem Justiziar Alexander Koch besonders danken. Letzterer hat den ganzen Tag Protokoll geführt, das war sicher nicht die angenehmste Aufgabe. Auch dieser Tag neigte dem  Ende. Denn der Schließdienst stand wieder in der Tür. Ein harter Kern wechselte die Straßenseite und feierte weiter.

Tag 3 – Frische Luft und Augenschmaus

Pünktlich um 10.00 Uhr trafen wir uns am Schiff. Eine Hafenrundfahrt stand uns bevor. Die Sonne schien, und wir waren alle gutgelaunt an Bord gekommen. Es war eine gesellige Fahrt, und alle zückten die Handys und Kameras um die Elphi von der Wasserseite zu fotografieren.

AGD 4.3
AGD 4.3: Viel frische Luft – das hatten wir uns nach den zwei Tagen verdient. ;o)
(Fotos: meyerbogya)

 

Nachdem wir das Schiff verlassen hatten, führte uns Johannes durch das Karolinenviertel  und unser Ziel waren die Bildermacher, die uns mit Getränken und Stullen zur Stärkung empfingen. Hier gilt unser besonderer Dank den beiden Regionalsprechern in Hamburg, Ina Voss und Johannes Steil für die Vorbereitung. Das die Tage Tribut zollten, stellten wir am Ziel fest. Wir hatten Ansgar und Otto auf dem Weg verloren.  Zurückblickend waren es drei tolle Tage in Hamburg, und wir freuen uns alle auf ein Wiedersehen auf der nächsten MV. Wer es im Schnelldurchlauf noch einmal sehen möchte: https://vimeo.com/showcase/6045752.

Torsten Meyer-Bogya,
1. Vorstandsvorsitzender

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