Kreativ getagt

Foto: Felix Brokbals
Foto: Felix Brokbals

Am 20. April hatte das Netzwerk Kreative Deutschland zur Fachkonferenz geladen, bei der Kreative aus allen Teilbranchen über grundlegende und aktuelle Themen ihres Wirtschaftszweiges diskutierten und gemeinsame Handlungsspielräume ausloteten.

Anlass war die Veröffentlichung der Branchenstudie „Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland – Bestandsaufnahme und Perspektiven“, deren Erkenntnisse und Schlussfolgerungen in sechs Themenworkshops weiterentwickelt wurden:

  • Arbeit und Soziales
  • Branchenübergreifende Kooperationen
  • Markterschließung und Internationalisierung
  • Ausbildung und Qualifizierung
  • Wertschöpfung und Verwertung
  • Förderung

Rund 60 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet waren der Einladung in das DesignHaus Halle gefolgt, und trotz der hochsommerlichen Temperaturen wurde intensiv diskutiert und um gemeinsame Lösungsansätze manchmal regelrecht gerungen. Dabei waren die Dimensionen jeweils die gleichen: Herausforderungen, Instrumente, Botschaften, Kooperationen. Christian Rost, Leiter Kreatives Sachsen und Mitglied des Vorstandes Kreative Deutschland, formulierte Ziel und Anliegen der Veranstaltung so: „Wir haben am Ende keine fertigen Lösungen für euch, aber wir haben Handlungsfelder und Aufgaben, die wir mitnehmen, um sie für und mit euch, auf jeden Fall für die Branche weiterzuentwickeln und Lösungen auf den Weg zu bringen.“

Wertschöpfung als kreativen Prozess verstehen lernen

So strukturiert führte zum Beispiel die Diskussion zum Thema „Wertschöpfung und Verwertung“ über die leidlich vertraute Forderung nach Honorarordnungen (die lobenden Worte für den VTV Design blieben nicht aus) über eine allgemeine Forderung nach mehr Solidarität unter den Kreativen hin zu der (nicht ganz neuen) Idee, dass solche Netzwerke wie Kreative Deutschland oder die AGD als Übersetzer und Vermittler zwischen Designern und Industrie fungieren sollten. Neu dabei war, dafür bei entsprechenden Stellen um finanzielle Unterstützung zu bitten und hier gemeinsame Sache mit anderen intermediären Institutionen zu machen.

 

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Wenn Bedarf endlich zur Nachfrage wird

Eine gelungene Veranstaltung, fand auch AGD-Geschäftsführerin Victoria Ringleb: „Wenn ich in den Diskussionen und Gesprächen eine qualitative Entwicklung im Vergleich zu den Diskussionen vor drei oder fünf Jahren feststellen kann, dann weiß ich, dass sich etwas bewegt. Das durfte ich heute hier feststellen bei meinem Impuls im Themenworkshop ‘Ausbildung und Qualifizierung’. Auf meine Frage hin, ob die anwesenden Designer eher einen Vortrag zum Urheberrecht oder zu agilen Geschäftsmodellen besuchen würden, entschieden sich alle für die agilen Geschäftsprozesse. Das hatte ich so nicht erwartet.“

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