Zweites Treffen der BAGSV: Selbstständig gemeinsam

© Jan-Peter Wahlmann AGD
© Jan-Peter Wahlmann AGD

Am 2. Mai trafen sich die Mitglieder der im Februar 2017 erst gegründeten Bundesarbeitsgemeinschaft der Selbstständigenverbände (BAGSV) zum zweiten Mal, um ihren Austausch und gemeinsame Aktivitäten rund um das Thema Soloselbstständigkeit voranzutreiben.

Das erste Treffen am 13. Februar diente dem gegenseitigen Kennenlernen von Akteuren und Positionen, sowie der Namensfindung und ersten Klärung von Strukturen und Prozessen. Ein bisschen spannend ist es immer, wer wiederkommt. Demnach kann nicht alles falsch gewesen sein. Denn es fanden sich wieder rund 20 Personen ein, geeint in dem Willen, sich für die spezifischen Belange der Soloselbstständigen aller Branchen zu engagieren.

In Angesagter Location

Auch wenn der Taxifahrer immer unsicherer und ungläubiger wurde, hat sich der Weg mehr als gelohnt, da sich die BAGSV im “Atelier”, einem der Proberäume von Blackbox Music, traf. Nur an wenigen Plätzen ist der Mix von Zweckmäßigkeit, Lässigkeit und Kronleuchter so gelungen wie dort. Entsprechend geschmeidig fand man sich in der Gruppe wieder zusammen. Geprägt war das mehrstündige Treffen vom regen Austausch über die Aktivitäten der beteiligten Verbände, über die allzeit präsenten Themen (Schein-) Selbstständigkeit und Sozialversicherung und die absehbaren Entwicklungen im politischen Berlin dazu. Selbstredend waren die Positionierungen der einzelnen Parteien, die im September die begehrten Sitze im Parlament in möglichst großer Zahl ergattern wollen, ein zentrales Thema.

Gemeinsame Stärken

So wichtig Austausch von Informationen und Kontakten ist, so wichtig ist gerade in diesem Stadium die kontinuierliche Weiterentwicklung der Initiative selbst. Und hier gab es eine signifikante und zugegebenermaßen etwas überraschende Entwicklung. So besteht der Common Sense darin, dass es unsere wichtigste Aufgabe ist, die (Solo-) Selbstständigen wahlweise aus der neoliberalen oder betreuungsbedürftigen Schmuddelecke herauszuholen. Zudem gab es ein beeindruckend entschlossenes Bekenntnis dazu, dass eine sichtbare Öffentlichkeitsarbeit gerade jetzt im Wahljahr höchste Priorität hat. Geradezu folgerichtig sind die beiden bisherigen Koordinatoren Dr. Andreas Lutz vom VGSD e.V. und AGD-Geschäftsführerin Victoria Ringleb zu den Sprechern der Initiative ernannt worden. Das war eindrucksvoll.

Selbstständigkeit muss für alle gut sein

Ziel ist es daher, in der Gesellschaft ein zeitgemäßes Image der Selbstständigen aller Branchen zu etablieren. Das ist dringend notwendig, weil die allermeisten Selbstständigen gern selbstständig sind, sich freiwillig dafür entschieden haben, dabei ein durchaus bemerkenswertes innovatives Potential aufweisen und zur Entfaltung bringen. Dies gilt es zu zeigen und zu unterstützen. Ein Baustein der Arbeit daran ist die Entwicklung eines niedergeschriebenen Leitbildes der Selbstständigen und ihrer Arbeit. Dies passiert in engem Zusammenspiel mit der Entwicklung eigener gesellschaftlich relevanter Vorschläge und Lösungen zur Anpassung der deutschen Systeme zur sozialen Absicherung. Und das meint “gesellschaftlich relevant” und damit tragfähig. Es geht also nicht um die Durchsetzung partikularer Interessen von Teilen der heterogenen Gruppe der Selbstständigen. Es geht, eine Lösung zu entwickeln, die dem ausbalancierten Verhältnis von Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft dient … wie es eben die Aufgabe einer Bundesarbeitsgemeinschaft ist.

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