Designpreise im Bunde

Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Brigitte Zypries mit AGD-Vorstand Torsten Meyer-Bogya. © Torsten Meyer-Bogya
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Brigitte Zypries mit AGD-Vorstand Torsten Meyer-Bogya. © Torsten Meyer-Bogya

AGD-Vorstandsvorsitzender Torsten Meyer-Bogya setzt sich mit dem Für und Wider von Designpreisen auseinander und erklärt, warum ein Bundesdesignpreis wichtig ist:

Im September kommt eine Mitteilung nach der anderen über diverse Designpreise ins Haus. Gar nicht so leicht, hier den Überblick über die jeweilige Relevanz zu behalten. Generell fällt es mir schwer, die Preise in gute oder schlechte zu unterteilen. Es kommt immer auf den Kontext an. Nur bei Wettbewerben, in denen mit der Teilnahme alle Nutzungsrechte abgetreten werden, kann ich klipp und klar sagen: Finger weg!

Kieler Woche made in Austria

Heute las ich in den Kieler Nachrichten über die Siegerin des Kieler-Woche-Plakatwettbewerbes. Die Designerin Verena Panholzer ist Wienerin, und in Österreich gibt es kein Meer. Vielleicht hat dieser Aspekt dazu beigetragen, dass sich die Designerin besonders intensiv und gelungen mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Dieser Preis hat für mich als Nordlicht und Kieler natürlich eine sehr wichtige Relevanz. Unter anderem, weil ich das Motiv eine Woche lang intensiv im Stadtbild wahrnehmen werde, die Diskussionen über ein Pro und Kontra im Vorfeld inklusive. Sowie der Tatsache, dass eine Ratsversammlung den Juryentscheid kippen kann, was auch schon mal passiert ist.

Designpreise als Marketinginstrument

In Deutschland gibt es drei große Preise, die international Einreichungen generieren und ihre Preisträger international präsentieren. Für das Marketing der Unternehmen sind solche Wirtschaftspreise sehr wichtig, und das Geschäftsmodell funktioniert im gegenseitigen Einvernehmen sehr gut. Für freiberufliche Designer kann sich das sehr viel differenzierter darstellen. Sie haben mit der Teilnahme bzw. Annahme ihrer Nominierung zu entscheiden, ob sich dieses Invest für sie lohnt oder nicht. Wenn dem nicht so ist, sollten sie sich eine Teilnahme genau überlegen und das Szenario des Preisgewinns im Kopf durchspielen. Wie würden sie den Preis gewinnbringend für sich und ihr Geschäft einsetzen? Das verschafft Klarheit im persönlichen Entschluss für oder gegen eine Teilnahme.

Designpreis zur Würdigung

Im letzten Newsletter wurde über den Wirtschaftspolitischen Dialog Design mit Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries berichtet. Ich hatte die Möglichkeit, bei dem Gespräch die AGD zu vertreten. Im Nachgang zu dem Gespräch werden jetzt im Ministerium die Weichen für den Preis gestellt. Wobei nun Geduld angesagt ist, denn Haushalte haben im Wahljahr so ihre Besonderheiten. Die Initiative auf die Wiedereinführung ging auf ein Fellow-Treffen des Kompetenzzentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft beim Bund mit der Ministerin im Mai 2017 zurück. Dort habe ich neben anderen für die Wiedereinführung eines Bundesdesignpreises plädiert. Im Gegensatz zu den drei großen, internationalen Preisen sollten hier die Designschaffenden und ihr Wirken im Mittelpunkt stehen. Im Zusammenwirken mit den Kollegen im Deutschen Designtag und weiteren Designinstitutionen setzen wir uns dafür ein. Ein weiteres Ziel sehe ich dabei auch in der Darstellung guten Designs aus Deutschland, denn davon werden nicht nur die Preisträger profitieren, sondern alle Designer in Deutschland.

Torsten Meyer-Bogya, Erster Vorsitzender des Vorstands der AGD

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