FAQ zu wirtschaftlichen Hilfen ab November 2020

Der ab November 2020 geltende Lockdown bringt einige Neuerungen und Vereinfachungen bei der Unterstützung von Soloselbstständigen und kleinen Agenturen, die anzuschauen sich lohnen kann. Hier haben wir die wichtigsten FAQ dazu zusammengestellt.

Außerordentliche Wirtschaftshilfe

Wer bekommt die neue außerordentliche Wirtschaftshilfe?

Grundsätzlich gilt: Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten können eine einmalige Kostenpauschale in Höhe von bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes von November 2019 erhalten. Die Höhe errechnet sich aus dem durchschnittlichen wöchentlichen Umsatz des Vorjahresmonats. Gezahlt wird sie für jede angeordnete Lockdown-Woche.

Im November 2019 hatte ich mein Unternehmen noch nicht. Kann ich trotzdem Unterstützung bekommen?

Auch junge Unternehmen werden unterstützt. Für nach November 2019 gegründete Unternehmen wird der Vergleich mit den Umsätzen von Oktober 2020 herangezogen. Soloselbständige haben ein Wahlrecht: sie können als Bezugsrahmen für den Umsatz auch den durchschnittlichen Vorjahresumsatz 2019 zugrunde legen.

Ich verdiene unregelmäßig. Kann ich auch den Vorjahresumsatz als Referenzrahmen angeben?

Soloselbstständige haben ein Wahlrecht: sie können als Bezugsrahmen für den Umsatz auch den durchschnittlichen Vorjahresumsatz 2019 zugrunde legen.

Wo kann ich die außerordentliche Wirtschaftshilfe beantragen?

Die Anträge sollen in Kürze über die bundeseinheitliche IT-Plattform der Überbrückungshilfe gestellt werden können.

Kann ich Novemberhilfe auch ohne Steuerberater o.Ä. beantragen?

Sofern die zu beantragende Summe 5.000,– EUR nicht überschreitet, können Soloselbstständige die Hilfe auch direkt, also ohne einen dazwischen geschalteten Steuerberater beantragen.

 

ÜBerbrückungshilfen ii (und III)

 

Bei den Überbrückungshilfen handelt es sich weiterhin um „direkte Zuschüsse zu den betrieblichen Fixkosten, die nicht zurückgezahlt werden müssen“. Die Antragstellung läuft dabei über „prüfende Dritte“. Die Überbrückungshilfen sollen zunächst bis Dezember 2020 verlängert werden. Es wird bereits über eine Verlängerung bis Juni 2021 gesprochen (besonders für Kulturbetriebe und Veranstalter relevant).

 

Wer kann einen Antrag stellen?

Den Antrag kann stellen, wer:

  1. einen Umsatzeinbruch von mindestens 50% in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten hat

    ODER

  2. einen Umsatzeinbruch von mindestens 30% im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet.
Wann kann ich einen Antrag stellen?

Anträge können seit dem 21.10.2020 gestellt werden. Stichtag für die letzten Anträge ist der 31. Dezember 2020.

Was ist der Unterschied zu den vorherigen Überbrückungshilfen?

Die Höhe der Erstattung wurde erweitert. Ab jetzt gilt eine Erstattung von:

 

– 90 Prozent der Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch (bisher 80 Prozent der Fixkosten),

– 60 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50 Prozent und 70 Prozent (bisher 50 Prozent der Fixkosten) und

– 40 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 30 Prozent (bisher bei mehr als 40 Prozent Umsatzeinbruch)

 

Außerdem wird die Personalkostenpauschale von 10% förderfähiger Kosten auf 20% erhöht.

Was muss ich bei der Antragstellung beachten?

Der Antrag kann ausschließlich über einen „prüfenden Dritten“ (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt…) gestellt werden.

Wo finde ich weiterführende Informationen zum Thema?

Informationen zur Antragstellung findet man auf der Seite der bundesweiten Antragsplattform für Überbrückungshilfen.

 

Generelle Information zu den Überbrückungshilfen und anderen Finanzierungsmöglichkeiten findet man auf der Seite er Bundesregierung oder in der Pressemitteilung des BMWi.

 

NEUSTARThilfe für soloselbstständige

 

Die Neustarthilfe für Soloselbstständige ist ein Bestandteil der Überbrückungshilfe III. Sie soll von Januar bis Juni 2021 gelten.

 

Wer kann die Hilfe beantragen?

Antragsberechtigt sind Soloselbständige, die ansonsten im Rahmen der Überbrückungshilfen III keine Fixkosten geltend machen bzw. geltend machen können und die ihr Einkommen im Referenzzeitraum (im Normalfall das Jahr 2019) zu mindestens 51 Prozent aus selbständiger Tätigkeit erzielt haben.

Die volle Betriebskostenpauschale wird gewährt, wenn der Umsatz während der siebenmonatigen Laufzeit Dezember 2020 bis Juni 2021 im Vergleich zu einem siebenmonatigen Referenzumsatz 2019 um mehr als 50 Prozent zurückgegangen ist.

Welche Höhe beträgt diese Hilfe?

Die Betriebskostenpauschale beträgt einmalig 25 Prozent des siebenmonatigen Referenzumsatzes, maximal aber 5.000 Euro.

Die volle Betriebskostenpauschale wird gewährt, wenn der Umsatz während der siebenmonatigen Laufzeit Dezember 2020 bis Juni 2021 im Vergleich zu einem siebenmonatigen Referenzumsatz 2019 um mehr als 50 Prozent zurückgegangen ist.

Wie berechne ich meinen Anspruch?

Um den Referenzumsatz 2019 zu bestimmen, wird der durchschnittliche monatliche Umsatz des Jahres 2019 zugrunde gelegt (Referenzmonatsumsatz). Der Referenzumsatz ist das Siebenfache dieses Referenzmonatsumsatzes. Hier findet ihr Beispielrechnungen.

 

Die Neustarthilfe soll als Vorschuss ausgezahlt werden – also dann, wenn die konkreten Umsatzbußen während der Laufzeit noch nicht feststehen. Läuft das Geschäft besser und der Umsatz liegt höher als erwartet, muss man die Vorschusszahlungen anteilig zurückzahlen.

Wann kann ich die Hilfen beantragen?

Die Überbrückungshilfe III, zu der die Neustarthilfe gehört, soll ab dem 1. Januar 2021 gelten. Anträge können allerdings wegen nötiger Abstimmungen und Programmierungen erst einige Wochen nach dem Programmstart gestellt werden. Die Ministerien wollen dazu in den nächsten Wochen mehr Details mitteilen.

Wo finde ich weitere Informationen zu den Neustarthilfen?

Mehr dazu könnt ihr auf der Seite des BMWi finden.

 

Außerdem hat die Page einen Artikel veröffentlicht, in dem sich zusätzlich eine Stellungnahme des VGSD befindet.

 

2 Gesprächsbeiträge

  1. Susanne Beck AGD |

    Ich habe 2 Kinder, 4 und 12 Jahre, die ich nun zuhause betreuen muss. Mein Mann und ich stimmen uns ab, aber er ist der Hauptverdiener und seine Stunden gehen vor. Trotz HomeOffice komme ich nun nur noch auf 10-12 Std./Woche statt vorher 30Std. pro Woche. Kann ich für den Stundenausfall auch Soforthilfe beantragen? Diese Zeit fehlt mir ja nun auch für Kundenpflege, Akquisemaßnahmen und natürlich auch um größere Projekte anzunehmen. Auch die schlechtere telefonische Erreichbarkeit spielt eine große Rolle. Und längere Telefonate lassen sich nun schwer mit Kindergeschrei im Hintergrund bewerkstelligen.

  2. Victoria Ringleb AGD |

    Das entscheidende Kriterium für den Anspruch auf Soforthilfe ist der coronabedingte Liquiditätsengpass, der natürlich auch darauf zurückgeführt werden kann, dass man weniger Zeit zum Arbeiten hat. In den Antragsformularen müssen die Antragsteller begründen, warum sie die Soforthilfe benötigen. Dort oder in Begleitformularen ist auch ausgeführt, ab wann ein Liquiditätsengpass entsteht, nämlich wenn im Monat der Antragstellung ein Umsatzeinbruch im Vergleich zum Vergleichsmonat und den zwei Monaten davor 2019 von mehr als 50% zu verzeichnen ist. Wenn ich also den Antrag im März 2020 stelle, muss ich in den Monaten Januar bis März 2019 durchschnittlich mindestens doppelt soviel Umsatz gehabt haben. Ob der Grund dafür Kinderbetreuung oder von den Kunden stornierte Projekte sind, spielt erst einmal keine Rolle.

    Ist mit all dem erst im April oder Mai zu rechnen, kann es sich lohnen, den Antrag erst im Mai zu stellen. Wir Verbände wirken gerade auf die Politik ein, dass sie die Antragsfrist bis zum 30. Juni verlängert.

    Wichtig ist bei all dem, dass man im Falle der nachträglichen Prüfung das im Antragsformular Ausgeführte belegen kann. Da können auch Schreiben der Kunden helfen, dass sie Projekte absagen oder verschieben. Wichtig könnte auch bei Ihnen sein, dass es Soforthilfe dann gibt, wenn das betreffende Einkommen das Haupteinkommen der Familie ist oder wenigstens ein Drittel davon beträgt.

    Ich hoffe, das reicht an dieser Stelle zunächst. Ansonsten lassen Sie uns gern auch mal telefonieren: 030 – 3552 3253.

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